Den Bauzaun fürs Kleist-Museum verschönern

  • Jan Augustyniack hat als Lokalpolitiker vor zweieinhalb Jahren die Entstehung des riesigen legalen Graffiti unterhalb der Stadtbrücke unterstützt. Jörg Kotterba

Offene Türen Bei der „Museumsnacht Frankfurt (Oder)“ am 8. September locken fünf kulturelle Einrichtungen in der Stadt und der Verein Historische Straßenbahnen mit Veranstaltungen bei freiem Eintritt. Auch das Kleist-Museum macht mit.

Was für ein Schmuckstück, dieses Kleist-Museum in der Faberstraße 6–7 mit seinem Anbau von 2013. Einst war das Haus Garnison-Schule. Es wurde am 26. Januar anno 1778 eingeweiht. Im Obergeschoss entstanden Lehrer-Wohnungen; Parterre wurden in zwei Klassen die Kinder katechisiert. Neben der Christenlehre standen damals der Unterricht im Lesen und Schreiben auf dem Programm. Und heute? Derzeit bekommt das alte Gemäuer ein neues „Gesicht“, ist von Gerüsten und einem Bauzaun umgeben.

Und dann diese tolle Idee: Zur Museumsnacht kann der Bauzaun von 19.30 bis 20.30 Uhr mithilfe der Frankfurter Street Art-Künstler Tony Sterzer und Jan Augustyniack verschönert werden. Motto: „Bunt, bunter, Kleist! Kunst am Bau(zaun)“. Vanessa Jasmin Lemke, in der Stiftung Kleist-Museum für Presse/Marketing verantwortlich: „Kleist inspiriert schon immer die Künste. Lassen auch Sie sich von ihm und seinen Werken anregen, den Bauzaun vor dem Museum neu gestalten und eine Open-Air-Ausstellung erschaffen. Ob Portrait, Landschaftsbild oder Gedicht – alles ist erlaubt. Das Beste: Bis zum Ende der Bauarbeiten werden die Kunstwerke zu bestaunen sein.“

Die zu besprayenden acht Felder sind 2,80 Meter breit. Mitmachern wird empfohlen, Schutzkleidung mitzubringen.

Der Street-Art-Künstler Jan Augustyniack ist in Frankfurt vor allem als Mitglied der Stadtverordnetenversammlung und als Geschäftsführer der Fraktion Die Linke – BI Stadtumbau bekannt. Er hat als Lokalpolitiker vor zweieinhalb Jahren die Entstehung des riesigen legalen Graffiti unterhalb der Stadtbrücke unterstützt. Motto: Kunst verbindet. Beteiligt waren damals Künstler aus Deutschland und Polen. Sie wollten der Frankfurter und Słubicer Szene der 90er Jahre ein Denkmal setzen.

Tony Sterzer ist Friedhofsgärtner, arbeitete als Totengräber sieben Jahre lang auf dem größten jüdischen Friedhof Europas in Berlin-Weißensee. Längst ist er zurück in Frankfurt. Und in der Street-Art-Szene überregional bekannt. Zur Museumsnacht geplant sind im Kleist-Museum zwischen 17 und 23 Uhr sogenannte Speed Dates von 20 bis 30 Minuten mit dem berühmtesten Sohn Frankfurts, Heinrich von Kleist. Vanessa Jasmin Lemke: „Um 17.30, 18.30 und 21 Uhr werden Kurzführungen durch die interaktive Dauerausstellung ,Rätsel. Kämpfe. Brüche‘ angeboten.“ Ihre Kollegin, die Literaturwissenschaftlerin Viviane Meierdreeß, nimmt Interessierte mit auf eine spannende Spurensuche durch die Zeit anhand ausgewählter Objekte der Dauerausstellung.

Ausstellung zu Kleist-Festtagen

Meierdreeß ist übrigens Kuratorin einer Sonderausstellung ab 10. Oktober zu den Kleist-Festtagen. Sie lädt dann zu einer Reise in die Geschichte einer der ersten deutschsprachigen Tageszeitungen ein.

An der „Museumsnacht Frankfurt (Oder)“ beteiligen sich auch das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst, die St.-Marien-Kirche, die Stadt- und Regionalbibliothek sowie das Museum Viadrina und der Verein Historische Straßenbahnen. Ein spezielles SVF-Ticket – über einen QR-Code abrufbar oder in den Einrichtungen erhältlich – ist an diesem Abend kostenfrei nutzbar.

Weitere Informationen unter museumsnacht-frankfurt-oder.de

Wer beim Besprühen mitmachen will, sollte Schutzkleidung mitbringen.

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